Hyperaktivität trifft Demenz

ADHS fördert Demenzerkrankung

 Bei ADHS und Demenz arbeiten bestimmte Botenstoffe im Gehirn nicht richtig.
Dr. nat. med. Anke Kopacek Bei ADHS und Demenz arbeiten bestimmte Botenstoffe im Gehirn nicht richtig.

Erwachsene, die an einer Aufmerksamkeits-Hyperaktivitäts-Störung (ADHS) leiden, haben ein erhöhtes Risiko für Lewy-Körper-Demenz. Die Wahrscheinlichkeit zu erkranken ist bei ihnen dreimal größer als b


Erwachsene, die an einer Aufmerksamkeits-Hyperaktivitäts-Störung (ADHS) leiden, haben ein erhöhtes Risiko für Lewy-Körper-Demenz. Die Wahrscheinlichkeit zu erkranken ist bei ihnen dreimal größer als bei Gesunden. Zu diesem Schluss kam jüngst eine Forschergruppe aus Argentinien.
Mehr ADHS – mehr Demenz
Die Wissenschaftler untersuchten in ihrer Studie 360 Patienten mit Demenz. Davon litten 109 an der so genannten Lewy-Körper-Demenz, die anderen 251 hatten Alzheimer. Weitere 146 Personen waren nicht an Demenz erkrankt und dienten als Kontrollgruppe. Das Durchschnittsalter aller Studienteilnehmer betrug 75 Jahre. Um zu beurteilen, ob ADHS das Demenzrisiko beeinflusst, befragten die Forscher enge Familienangehörige. Diese kannten die Patienten länger als zehn Jahre und berichteten, inwieweit ADHS-typische Symptome auftraten. Anhand der Aussagen und international geltender Diagnosekriterien bewerteten die Forscher dann, ob die Patienten vor ihrer Demenz mit ADHS zu kämpfen hatten. Bei der Kontrollgruppe machten sie das gleiche.
Ähnliche Gehirnprozesse
Im Ergebnis zeigte sich ein deutlicher Zusammenhang zwischen ADHS und Lewy-Körper-Demenz. 48 Prozent der betroffenen Patienten litt vor ihrer Erkrankung an ADHS. Bei den Alzheimerpatienten hatten nur 15 Prozent früher ADHS – das waren genauso viele wie in der Kontrollgruppe. Damit belegen die Forscher erstmals, dass ADHS im Erwachsenenalter eine bestimmte Form der Demenz fördert. Die Ursache dafür sehen sie im Gehirn. Vermutlich sind bei beiden Erkrankungen dieselben Stoffwechselprozesse gestört.

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