Diabetes-Medikament gegen Demenz

Insulin-Spray soll Gedächtnis auf Trab bringen

 Insulin als Nasenspray scheint das Gedächtnis bei Demenz zu ver­bessern.
Dr. nat. med. Anke Kopacek Insulin als Nasenspray scheint das Gedächtnis bei Demenz zu ver­bessern.

Insulin fördert die Aufnahme von Zucker aus dem Blut in die Körperzellen. Das regt nicht nur den Stoffwechsel in den Muskeln an, sondern auch im Gehirn. Forscher aus den USA glauben, dass sich so die


Insulin fördert die Aufnahme von Zucker aus dem Blut in die Körperzellen. Das regt nicht nur den Stoffwechsel in den Muskeln an, sondern auch im Gehirn. Forscher aus den USA glauben, dass sich so die Gedächtnisleistungen bei Menschen mit Demenz verbessern lassen. Eine Pilot­studie liefert erste Ergebnisse.
Insulin: von der Nase ins Gehirn
Menschen mit Diabetes nehmen Insulin als Tabletten ein oder spritzen sich ihre tägliche Ration in die Bauchfalte. In beiden Fällen gelangt das Insulin in die Blutbahn und so in den gesamten Körper. Da solch eine Therapie jedoch Nicht-Diabetikern schaden würde, haben sich die Forscher einen anderen Ansatz überlegt: Das Insulin in die Nase sprühen. So gelangt der Wirkstoff über die Riechnerven direkt ins Gehirn.
Wie sich das auf die Gedächtnisleistungen von Menschen mit 13k05|Alzheimer-Demenz auswirkt, untersuchte Suzanne Craft und ihre Kollegen nun an 104 Patienten. Sie teilten die Probanden in drei Gruppen ein: die erste bekam täglich 20 Wirkstoff-Einheiten Insulin, die zweite 40 Einheiten und die dritte Gruppe nahm ein Placebo-Spray. Vier Monate später unterzogen sich dann alle Teilnehmer speziellen Gedächtnistests.
Geringe Dosis Insulin wirkt
Wie sich zeigte, erzielte das Insulin-Spray tatsächlich einen Effekt. Bei denjenigen, die den Wirkstoff bekamen, verbesserten sich die Gedächtnisleistungen im Vergleich zur Kontrollgruppe merklich. Allerdings nur, wenn sie die geringere Dosis erhielten. Die Demenzsymptome ver­besserten sich hingegen in beiden Wirkstoff-Gruppen. Auch belegten Gehirn-Scans von einem Drittel der Pro­banden, dass das Gehirn vermehrt Zucker aus dem Blut aufnimmt.
Demnach könnten Menschen mit Demenz von einer „Insulintherapie durch die Nase“ profitieren. Ob das wirklich so ist, müssen jedoch noch weitere und größere Studien klären.

Zurück